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Wenn Körper und Geist im Frühling unruhig werden

  • vor 6 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Der Frühling wird oft als die Zeit beschrieben, in der alles leichter wird: Mehr Licht, mehr Energie, mehr Motivation.


Und doch passiert in meiner Praxis jedes Jahr im März etwas Auffälliges: Die Beschwerden nehmen nicht ab, aber sie verändern sich.


Menschen berichten weniger von Müdigkeit als im Winter, dafür häufiger von:


  • innerer Unruhe

  • Verspannungen

  • Reizbarkeit

  • Kopfdruck

  • Verdauungsproblemen

  • dem Gefühl, „unter Strom zu stehen“

Eine Klientin formulierte es kürzlich so: „Ich dachte, ich bekomme jetzt neue Energie. Stattdessen bin ich plötzlich schneller genervt als über den ganzen Winter.“

Genau das ist typisch für diese Zeit.



Der Körper wechselt den Modus

Der Winter ist physiologisch eine Rückzugsphase. Der Organismus spart Energie, fährt Prozesse herunter und stabilisiert.

Der Frühling hingegen verlangt Aktivität.

Mehr Licht beeinflusst Hormone, Stoffwechsel und Nervensystem. Der Körper stellt um und das nicht sanft, sondern deutlich.


Man könnte sagen: Im Winter hält das System aus. Im Frühling will es wieder regulieren.


Und genau dabei werden Spannungen sichtbar, die vorher kompensiert wurden.



Das Holzelement: Bewegung braucht Richtung


In der traditionellen chinesischen Medizin gehört der Frühling zum Holzelement.

Holz steht für:


  • Wachstum

  • Aufbruch

  • Dynamik

  • Expansion

Aber Wachstum erzeugt Druck. Ein Same muss die Erde durchbrechen, um zu sprießen.


Das zum Holzelement zugehörige Organ ist die Leber. Energetisch sorgt sie für den freien Fluss im System – körperlich wie emotional.

Ist dieser Fluss gestört, entsteht Spannung.


Nicht zufällig sind die der Leber zugeordneten Emotionen: Zorn, Wut, Gereiztheit und Stress. Diese Emotionen sind aber nicht das Problem, sondern einfach ein Zeichen blockierter Bewegung.



Stress: Wenn Aktivierung keinen Ausgang findet


Unser moderner Alltag verlangt dauerhafte Leistungsbereitschaft, bietet aber kaum Raum für echte Entladung. Der Körper aktiviert: mehr Energie, mehr Antrieb, mehr Spannung. Doch wir sitzen, funktionieren und kontrollieren.

So entsteht das, was man als Distress bezeichnet: anhaltender Stress ohne Regulation.


Der Organismus priorisiert dann Sicherheit statt Balance:


  • Regeneration wird reduziert

  • Verdauung verlangsamt

  • Hormonsystem angepasst

  • Fettabbau gehemmt

Viele Menschen wundern sich deshalb, warum sie trotz Bemühungen nicht abnehmen, schlechter schlafen oder schneller gereizt sind.

Nicht, weil sie etwas falsch machen, sondern weil der Körper in einem Alarmmodus bleibt.



Symptome sind oft Regulationsversuche


Was wir als Beschwerden erleben, ist häufig kein Fehler des Körpers, sondern ein Lösungsversuch. Der Organismus versucht, Spannung auszugleichen – nur nicht immer auf die Weise, die wir uns wünschen.


Verspannungen halten Energie fest, wenn wir uns innerlich nicht bewegen können. Reizbarkeit zeigt, dass Grenzen wahrgenommen, aber nicht gelebt werden. Erschöpfung entsteht, wenn dauerhafte Aktivierung irgendwann in Schutz umschlägt.


Gerade im Frühling wird das sichtbar. Die äußere Natur geht in Bewegung und der Körper folgt diesem Impuls. Doch wenn unser Alltag diese Bewegung nicht zulässt, sucht sich das System einen anderen Ausdruck.


Dann entstehen Symptome.

Nicht als Störung, sondern als Kommunikation.



Warum gerade jetzt vieles deutlicher wird


Im Winter kompensieren wir viel. Der Körper dämpft, stabilisiert und hält aus.

Der Frühling dagegen verstärkt alles.


Das Nervensystem wird aktiviert. Der Stoffwechsel wird angeregt. Die innere Spannung steigt.


Das bedeutet nicht automatisch mehr Energie, sondern zuerst mehr Wahrnehmung.

Plötzlich spürt man, was vorher überdeckt war:


  • den eigenen Stresspegel

  • dauerhafte Anspannung

  • emotionale Überforderung

  • ungelöste innere Konflikte


Viele denken dann:„Jetzt geht es mir schlechter.“

In Wirklichkeit wird nur etwas sichtbarer.



Der entscheidende Unterschied: Belastung oder Bewegung


Stress entsteht nicht nur durch Anforderungen. Er entsteht vor allem dann, wenn Aktivierung keine Richtung bekommt.


Der Körper bereitet uns biologisch auf Handlung vor: Bewegen, verändern, reagieren.

Bleibt diese Reaktion aus, bleibt auch die Spannung bestehen.

Deshalb fühlen sich Menschen im Frühling oft gleichzeitig müde und überdreht. Der Organismus möchte regulieren, aber der Alltag bleibt unverändert.



Den Körper verstehen statt beruhigen


Viele Strategien zielen darauf ab, Symptome zu reduzieren:

mehr Disziplin, mehr Kontrolle, mehr Optimierung.


Doch Regulation beginnt nicht mit Unterdrückung, sondern mit Verständnis.

Erst wenn wir erkennen, was der Körper ausdrücken möchte, kann sich Spannung lösen.


Genau daraus ist mein Onlinekurs entstanden.


Ich wollte einen Ort schaffen, an dem Körpersignale nachvollziehbar werden; ruhig, strukturiert und ohne Druck zur schnellen Veränderung.



Er hilft dir, die Logik hinter deinen Beschwerden zu erkennen, damit dein Körper nicht lauter werden muss, um gehört zu werden.


Ein erster Schritt


Wenn du dich gerade in dieser Frühlingsunruhe wieder erkennst, beginne nicht mit Selbstoptimierung.


Beginne mit Beobachtung.


Oft verändert sich bereits etwas, wenn wir verstehen, dass der Körper nicht gegen uns arbeitet, sondern versucht, uns zu regulieren.


Für einen ersten Einstieg habe ich eine kleine Orientierung erstellt: Trage dich für meinen Newsletter ein und erhalte meine Checkliste "psychosomatische Beschwerden verstehen" kostenlos:





Der Frühling fordert nicht mehr Leistung. Er fordert mehr Bewegung: innerlich wie äußerlich.


Und manchmal beginnt diese Bewegung einfach damit, zuzuhören.


Herzlich,

Katrin Trkulja






Psychosoziale Gesundheitsberaterin

Systemische Aufstellungsleiterin

Expertin für Bioresonanz und Informationsmedizin

 
 
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